Kurzgeschichten Schreiben – Charakterentwicklung

Herzlich Willkommen zu Schreibaufgabe 6
Heute geht es darum, einen Charakter zu Entwickeln und es gibt sogar ein Arbeitsblatt!

Diese Aufgabe ist eine Kombination aus den Newsletter Aufgaben 4 und 6. Somit besteht die heutige Aufgabe auch aus zwei Teilen. Auch wird die Cluster Technik aus der Aufgabe 5 zur Anwendung gebracht! Lasst mich gern wissen, ob euch komplexere Aufgaben eher abschrecken oder ob ihr das eher gut findet, wenn die Videos auch mal länger sind.

Im ersten Teil geht es darum, Vor- und Nachnamen von fünf Charakteren zu finden. Die Namen sollen zum Charakter passen. Also zum Herkunftsort, zur Zeit und zum Alter. Auch könnt ihr euch schon überlegen, welchen Grundcharakter die Person haben soll. Gut oder Böse, schlau oder dumm und dann entsprechend Namen verwenden.

Schaut euch bei Bedarf noch einmal das Tipps und Tricks Video zu den Charakternamen an. Ein Link sollte jetzt oben auftauchen und ich schreibe ihn auch noch in die Videobeschreibung.

Findet also zu den gleich aufgeführten Erklärungen von Personen, Namen und macht euch ein paar Grundnotizen zu den Charakteren. Bei den Aufgaben, wo es um Gruppen geht, denkt auch daran wie die Charaktere dynamisch interagieren können. Denkt zum Beispiel an die drei Fragezeichen.

Auch denkt daran, dass Namen etwas bedeuten und etwas über den Charakter aussagen können. So heißt zum Beispiel die Protagonistin in der Serie iZombie »Olivia Moore« aus dem dann bei der Ansprache »Liv Moore« wird, was ziemlich nach live more klingt – was wiederum den Charakter ganz gut beschreibt, denn leider ist Sie ein Zombie und gezwungen Gehirn zu essen, um nicht wahnsinnig zu werden. Sie kann nicht mehr sterben, möchte aber doch ganz gerne wieder normal werden.

Habt ihr andere bekannte Namen aus Büchern oder Filmen, wo euch so etwas auch aufgefallen ist? Schreibt sie gern in die Kommentare.

Und nun seid ihr dran. Erschafft im ersten Teil der Aufgabe die folgenden Charaktere:

– ein sechsjähriges Mädchen. Der Vater ist Banker, die Mutter ist Maklerin
– ein Kriegsveteran aus den USA. 85 Jahre alt
– ein Hund, Rottweiler
– ein Verkäufer an einem Marktstand auf Mallorca. Mitte vierzig.
– eine schwedische Prinzessin Mitte zwanzig im Jahre 1770
– Eine Gruppe von 4 jugendlichen aus gutem Hause
– Eine Gruppe von 3 – 20+ jährigen, Mitglieder einer Frankfurter Bande in den 80ern

Pausiert das Video und dann kommen wir zum zweiten Teil. Im zweiten Teil ist der erste Schritt, einen der obigen Charaktere auszuwählen. Alle sind möglich, bis auf den Hund. Den angegebenen Hintergrund aus Herkunft und Alter etc. könnt ihr beibehalten oder aber auch einen vollständig neues Charakter nur ausgehen vom Namen erschaffen in Teil 2.

Jeder Charakter in eurer Geschichte benötigt eine Motivation. Ohne Motivation geht die Handlung nicht weiter. Wichtig ist außerdem, dass es Konflikte gibt. Will der Protagonist das Gleiche, wie der Antagonist – ist es nicht notwendig, die Geschichte zu erzählen. Außerdem sind vielschichtige Charaktere gut für die Geschichte. Der Held hat vielleicht ein paar Fehler und der Bösewicht tut auch mal etwas Gutes! Auch sollte der Leser die Gründe für die Handlungen nachvollziehen können. Der Leser muss den Charakter also kennenlernen.

Dazu kommt jetzt der zweite Teil der Aufgabe. Nehmt den Namen und schreibt diesen in die Mitte eines Blattes. Dann erzeugt einen Cluster zu diesem Namen in fünf bis zehn Minuten. Das Cluster Video verlinke ich euch auch noch einmal direkt. Zur Erinnerung, einfach alles notieren, was euch zum Namen einfällt und auch dann von dort aus wieder weiter gehen. Das heißt nicht, dass später alles benutzt werden muss, es geht erst einmal nur darum, euer Gehirn auf den Charakter einzustimmen.

Schritt zwei ist einen tabellarischen Lebenslauf für den Charakter erstellen. Auch hier gilt, nichts ist in Stein gemeißelt und kann natürlich später wieder geändert werden. Auch hier nicht zu viel Schreiben, nur Stichworte. Also wer sind die Eltern, wo zur Schule gegangen, welche Ausbildung, Hobbies, besondere Interessen, Arbeitgeber usw.

So jetzt wird es dann etwas länger. Die letzten beiden Schritte könnt ihr im Video bearbeiten. Aber ihr könnt auch die Aufgabe 6 mit dem anhängenden Arbeitsblatt herunterladen und das ohne Video erledigen. Das überlasse ich euch.

In Schritt 3 geht es darum, ein paar Sätze mit eurem Charakternamen und seiner Antwort auf die genannte Aussage aufzuschreiben.

Also Beispiel. Angenommen, mein Charakter heißt Uwe Zimmermann (Beruf Schlachter). Jetzt kommen als nächstes Sätze, die ihr mit dem Charakter ergänzt.

Also:

…hat panische Angst vor….

Wird dann bei mir zu: Uwe hat panische Angst vor Hörnern. – als Beispel. So arbeitet ihr euch Schritt für Schritt vor.

Nun die Sätze. Ich lasse jeden Satz für 5 Sekunden auf dem Schirm – also bei Bedarf pausiert das Video gerne wieder.

…hat panische Angst vor…

Wenn … ein Tier wäre, wäre er ein…

…macht… als erstes, wenn er/sie morgens aufsteht

…schönster Tag im Leben bisher war damals, als…

…wird ärgerlich, wenn…

…war die schwerste Krankheit, die … jemals hatte.

Wenn … am Tag für ein paar Sekunden die Augen schließt, denkt er/sie an…

Auf einer Party mit vielen Unbekannten, fühlt sich … wie …

Wenn … eine Meinung hat und jemand anders das Gegenteil behauptet, ist das…

Struktur und Gleichmäßigkeit empfindet … als …

Andere sagen über …, das …

Verlässlichkeit ist eine … von …

Wenn … bei seinen Vorhaben auf Widerstand stößt, reagiert er…

So, dass wer es mit den Sätzen. Jetzt kommen noch die Situationen. Aufgabe hier ist es zu jeder Situationsbeschreibung maximal 5 Sätze aus der Ich-Perspektive des Charakters zu schreiben. Also euer Charakter kommt gerade in die Situation und reagiert dann wie.

In einem Restaurant sind alle Tische besetzt. Einzelne Plätze sind noch frei. Ihr Charakter hat wirklich Hunger und möchte etwas essen.

In einer Seitenstraße hört man einen spitzen Schrei und einen unterdrückten Hilferuf.

Ein langsamer, alter Mann will offensichtlich noch den Bus erreichen. Der Busfahrer scheint ihn nicht zu sehen.

Ein Bettler sitzt an der Seite eines Geschäfts und ein Sicherheitsbeamter will diesen gerade verscheuchen.

Beim Ausparken schrammt ihr Charakter einen parkenden Wagen. Der Besitzer ist nirgendwo zu sehen.

Wenn ihr das jetzt alles durchgearbeitet habt, wisst ihr eine ganze Menge über euren Charakter. Macht mindestens eine Pause von einem Tag und erstellt dann noch einmal einen Cluster zu eurem Charakter.

Was hat sich verändert?

Jetzt noch als Tipp. Wenn ihr daran arbeitet Charaktere zu entwickeln, fragt euch doch in selbst erlebten Alltagssituationen einfach von Zeit zu Zeit mal: „Wie würde … die Situation angehen?“

So, das war jetzt aber auch genug. Wer weitere Beispiele hat für Situationen oder Sätze, gerne in die Kommentare. Wenn es euch gefallen hat, teilt das Video, lasst ein Abo da und auch gerne einen Daumen.

Viel Spaß beim Schreiben!